Fortbildung rund um das Schutzkonzept der LAG Tanz NRW

Vor wenigen Wochen haben wir unser Schutzkonzept vorgestellt, das den Dozent*innen unserer Tanzprojekte mehr Handlungssicherheit ermöglicht, wenn es um Grenzverletzungen sowie um Erzählungen und Vermutungen in Bezug auf (sexualisierte) Gewalt gegen Kinder und Jugendliche geht. Mehr Handlungssicherheit war auch das Ziel der Fortbildung „Tanz stärkt! Kinder- und Jugendschutz in der Tanzpädagogik“.

23 Interessierte aus den Bereichen Tanz- und Theaterpädagogik, Schule und Psychiatrie kamen zu diesem Thema nach Dortmund ins MUK. Dozentin Miriam Schupp, Bildungsreferentin der LAG Tanz NRW, führte mit einem Mix aus Information, pädagogischen Methoden und Reflexionseinheiten durch die Fortbildung und öffnete immer wieder den Raum für den Erfahrungsaustausch.

Wesentlicher Punkt der Fortbildung war das Benennen der Verantwortlichkeiten als pädagogische Fachkraft. Was sind meine Aufgaben im Kontext der Prävention? Wo hört meine Kompetenz auf, und wer hilft dann weiter? Hier wurde schnell klar: Wenn Institutionen Schutzkonzepte bereitstellen, ist das eine wesentliche Unterstützung für Pädagog*innen. Durch das Benennen von Ansprechpersonen, klare Kommunikationswege und eindeutige Handlungsleitfäden wird kompetentes Handeln möglich und notwendige Hilfsangebote, die über den pädagogischen Kontext hinausgehen, werden geregelt. So kann ein Qualitätsstandard geschaffen werden, der auch gegenüber Dritten kommuniziert werden kann.

Eines der wichtigsten Mittel präventiver Arbeit ist Transparenz. Ein Blick auf die Statistiken reichte aus, um klarzumachen, bei wie vielen Kindern und Jugendlichen die Versorgung und Sicherheit in der eigenen Familie nicht gewährleistet ist. Verhalten sich Pädagog*innen bei der Gestaltung von Nähe und Distanz transparent, kann das zu einem Aha-Erlebnis bei Projektteilnehmer*innen führen: Ich darf Grenzen setzen, körperlichen Kontakt ablehnen und sehe zudem, was andere als Überschreitung wahrnehmen.

Viele Fragen konnten im Zuge der Fortbildung beantwortet und klarere Sichtweisen auf den Kinder- und Jugendschutz in der Tanzpädagogik geschaffen werden. Auch in Zukunft soll das Thema auf der Agenda bleiben – denn der Bedarf nach nachvollziehbaren, institutionellen Rahmenbedingungen und Orientierungshilfen ist auch weiterhin vorhanden. Unsere nächste Veranstaltung wird ein Fachtag mit Expert*innen der Präventionsarbeit sein. Der Termin darf vorgemerkt werden: Freitag, 11. Dezember 2020 in der Alten Feuerwache in Köln.