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Ladies Dance

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LADIES DANCE – women for women ist eine Genderinitative zur Bestärkung und Mitwirkung von Mädchen und Frauen innerhalb der urbanen Tanzkultur durch ein offenes gleichgeschlechtliches Tanzangebot in Form von Workshops, Tanzcamps und Lectures. Initiiert wurde es von urbanen Tänzerinnen, Mentorinnen und Rollenvorbildern aus der urbanen Tanzszene in NRW.
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ENTSTEHUNG
LADIES DANCE wurde 2006 an der Deutschen Sporthochschule Köln von Daniela Rodriguez Romero, Sportwissenschaftlerin, entwickelt und 2009 am Institut für Geschlechterforschung der Deutschen Sporthochschule wissenschaftlich evaluiert. Durch den jahrelangen fachlichen Austausch der urbanen Tanzvermittlerinnen untereinander etablierte sich ein methodisch-didaktisches Lehrkonzept für urbane Tanzkulturen, dass sich neben der Vermittlung von fachlichen und tanzkulturellen Lernkompetenzen mit bestehenden Sozialisationsproblematiken und der Präsenz von Geschlechterrollen in urbanen Tanzszenen auseinandersetzt.

ZIELSETZUNG
Das gemeinsame Ziel des multiprofessionellen Teams aus Tanzvermittlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Expertinnen, Foto- und Videographen, Tänzerinnen und Projektleiterinnen ist es, urbane Tänzerinnen in ihrer tanzkünstlerischen und persönlichen Entwicklung zu fördern, zu begleiten und zu stärken – so dass diese in der Zukunft innovative und gebildete Repräsentantinnen der urbanen Tanzkultur sind, welche um tanzkulturelle Werte wissen und diese der nächsten Generation von urbanen Tänzern und Tänzerinnen weitergeben können.

BEGRÜNDUNG
Warum sollte es eine Genderinitiative für Frauen in der urbanen Tanzkultur geben? Die Initiative hat im Ansatz den Gedanken einer Sisterhood Community (sisterhood nach Merriem-Webster = close relationship among women based on shared experiences, concerns, etc.,), welcher die spezifische Unterstützung durch weibliche Vorbilder und einer Solidaritätsgruppe weiblichen Geschlechts verfolgt. Aufgrund des aktuellen vermeintlich männlichen Anspruchs auf die Spitzenleistungen einer globalen urbanen Tanzkultur sind Sozialisationsmechanismen und Stereotype für urbane Tänzerinnen besonders spürbar. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, welches als deutsche Hochburg urbaner Tanzkultur gilt, bewegen sich junge urbane Tänzerinnen auf sehr unsicherem und definitiv unterstützungswürdigem Terrain. Oftmals fällt es ihnen schwer, sich auf grossen Battle-Plattformen (die zunehmend den Charakter von Sport-Entertainment Veranstaltungen annehmen) zu messen oder gar öffentlich konkurrieren zu wollen. Zwar gibt es auf diesen Plattformen immer mehr weibliche Rollenvorbilder, an denen sich urbane Tänzerinnen orientieren können, diese sind aber oftmals nur medial zu erreichen. Ein direkter Austausch geschieht lediglich in Form eines angebotenen Workshops. Der Bildungszugang und die Vernetzung innerhalb der informellen urbanen Tanzszene ist für die meisten wissbegierigen Tänzerinnen oft erschwert. Oftmals werden sie nicht in bestehende Leistungskreise mitaufgenommen, da dies einen öffentlichen Leistungsnachweis (erfolgreiche Teilnahme bei einem Tanzbattle oder die Bestätigung/Empfehlung anderer Szenemitglieder) erfordern würde. Auch sind die informellen Strukturen der offenen Trainingsangebote weniger bekannt. Angebote in Jugendzentren werden außerdem nicht von einer Lehrperson angeleitet. Autodidaktisches und mediales Lernen sowie die intrinsische Motivation selbst zu üben und zu gestalten ist der Status Quo in urbanen Tanzszenen. Urbane Tänzerinnen kommen zwar heutzutage durch andere Akteure oder die sozialen Medien schnell in Berührung mit der urbanen Tanzszene, stehen aber weitergehend vor der Schwierigkeit sich vertiefen zu können. Mentoren, Rollenvorbilder, Trainingsmöglichkeiten, Trainingsmethoden sind schwer zu finden, das Wissen über die eigene Tanzkultur bleibt vielen verschlossen. Dazu kommt, dass sich urbane Tanzvermittler mit einer hohen Fach- und Vermittlungskompetenz selten in Tanzschulen oder Vereinen befinden. Oft bleibt den Tänzerinnen keine andere Möglichkeit, als weiter autodidaktisch und medial zu lernen oder sich um Bildungsmöglichkeiten im Ausland zu bemühen. Weiter ist das eigenständige Üben und die Arbeit den eigenen Tanzskills für sich allein oft frustrierend und die Motivation reißt schnell ab, wenn Trainingsmethoden nicht bekannt sind. Die Übungspraxis von urbanen Tanzformen ist im Übrigen eine sehr Intensive. Die gegenseitige Motivation, Inspiration, und gemeinsames Lehren und Lernen in einer Trainingsgemeinschaft ist daher von immenser Bedeutung. Geschieht keine Vernetzung hören viele wieder auf oder wenden sich mehr institutionalisierten Tanzformen wie Videoclip Tanz, Showtanz oder Ballet zu. Eine Persönlichkeitsentwicklung vor allem im Hinblick auf die eigene Persönlichkeitsentfaltung könnte aber gerade in der Vertiefung einer urbanen Tanzkultur erfahren werden.

KOOPERATIONSPARTNER
Institut für Tanz und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln, Grenzenlos in Bewegung e.V., Sukha Yoga, Szligatur Fotografie

Tanzvermittlung – Förderung – Beratung